Good TV



2002 hatte ich das Glück als Austauschschüler für ein halbes Jahr in die USA zu reisen. Verloren auf einer Farm in Oklahoma begann ich, mich mit dem intellektuellsten Familienmitglied anzufreunden – Dem Fernseher. Die 1400 Programme wären von Herrn Reich-Ranicki genauso gewürdigt worden wie die deutsche Fersehlandschaft.
Doch gab es eine Sendung, die mich von der ersten Sekunde an in ihren Bann zog und mich auch bis heute nicht los lässt. Eine Show, die mich täglich eine halbe Stunde lang rettete. Whose Line Is It Anyway.

Whose Line Is It Anyway ist eine Improvisationsshow, bei der die vier Darsteller in kurzen Spielen ihr Improvisationstalent und schauspielerisches Können unter Beweis stellen. Dabei entwerfen sie Charaktere, Szenen und Lieder, manchmal nach den Vorschlägen des Publikums oder vorgefertigten Stichwörtern der Regie. Aufgebaut ist die Sendung wie ein Game Show, bei der die Punkte allerdings egal sind und relativ willkürlich verteilt werden.

Die Sendung war zunächst ein Radioprogramm auf BBC4 bevor sie 1988 zunächst ins britische Fernsehen und dann 1998 ins amerikanische Fernsehen kam. Die Idee zur Show hatten Dan Patterson und Mark Leverson als sie begannen die Credits ihrer Sendung, die normalerweise von einem BBC Sprecher gelesen wurden, selbst in verschiedenen lustigen Stilen zu lesen und es so zu einem Teil ihrer Show machten.

In einer typischen Aufnahme wird jedes 'Spiel' zwischen ein- und dreimal gespielt, jedes Mal mit verschiedenen Stichwörtern und Vorschlägen. Danach wird die Show zusammen geschnitten und nur die für am besten gehaltenen (und zur Ausstrahlung im Fernsehen geeigneten) Szenen werden gezeigt.
Es gab viele Adaptionen der Show im Ausland. Die deutsche Sendung „Frei Schnauze“ mit Dirk Bach war leicht an WLIIA angelehnt.

Ich habe versucht einen besonders lustigen Ausschnitt der Sendung auf YouTube zu finden, doch ich bin verzweifelt, da jedes Spiel ihren Charme hat. Ich konnte nicht aufhören zu schauen. Noch eins und noch eins, ach noch eins, was solls. Und jetzt nur noch eins zum Schluss. Und so weiter und so fort. Mein Lieblingsspiel ist „Scenes from a hat“ doch hier seht ihr nun „Sound effects“ bei dem 2 Frauen aus dem Publikum die Geräusche für 2 Darsteller machen.
Whose Line ist das Lustigste, was ich je im Fernsehen gesehen habe. Kein Vergleich zu Sitcoms oder Comedy Shows. Woran das liegt? Vielleicht macht gerade die Spontanität das Erlebnis? Vielleicht fühlt man sich auch eher als Teil des Ganzen, da die Darsteller genauso wenig wissen, was passiert und sich genauso überraschen lassen. Viel Spaß!


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Comments

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  1. wehauski says:

    "oh a giant rock!"

    schön geschrieben, i appreciate it!


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